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Der Regen konnte die Botschaft nicht stoppen. Eigentlich sollte der Sport-Erlebnistag „Ohne Grenzen“ am 13. September 2026 auf dem Zeltplatz der Landesturnschule Oberwerries stattfinden. Doch das Wetter machte dem Organisationsteam einen Strich durch die Rechnung. Stattdessen wurde kurzerhand umgeplant: Aus dem geplanten Außengelände wurden die Sporthallen der Landesturnschule. „Nicht mal der Regen kann uns stoppen“, lautete die Devise. Und so wurde aus der Herausforderung ein ganz besonderer Tag.

Rund 170 Besucher aus 18 verschiedenen Nationen kamen nach Oberwerries. Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Familien und Menschen mit und ohne körperliche oder geistige Beeinträchtigung kamen zusammen, um gemeinsam Sport zu treiben, neue Angebote auszuprobieren und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Idee, die hinter dem Namen „Ohne Grenzen“ steckt: Sport verbindet Menschen; unabhängig von Herkunft, Sprache, Alter oder persönlichen Voraussetzungen. Der Tag sollte Begegnungen ermöglichen, Vielfalt sichtbar machen und zeigen, wie Integration durch Sport im Alltag gelebt werden kann. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Sport auch ein Ort für Inklusion, Gemeinschaft und gegenseitigen Respekt ist.

Der Sport-Erlebnistag ist eine Maßnahme des bundesweiten Programms „Integration durch Sport“ des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und wird durch das Bundesministerium des Innern, den Landessportbund Nordrhein-Westfalen (LSB NRW) und den Westfälischen Turnerbund (WTB) unterstützt.

Sport zum Mitmachen

Der Tag begann in Halle 2 gemeinsam mit dem TSV Hamm. Trampolin Trainer Daniel und sein Team boten den Besuchern die Möglichkeit, bei einem Probetraining selbst aktiv zu werden. Zusätzlich präsentierten die Sportler des Vereins eine kleine Show und sorgten damit gleich zu Beginn für einen gelungenen Auftakt.

Anschließend wurde die Halle für weitere Mitmachangebote vorbereitet. Unter anderem waren „Omas gegen Rechts“ mit einem Bewegungsangebot unter dem Motto „Demokratie bewegt“, der M&M Familienstützpunkt sowie Taekwondo Herringen vor Ort. Besonders das kostenlose Taekwondo-Probetraining entwickelte sich zu einem echten Publikumsmagneten. Die Besucherinnen und Besucher konnten nicht nur verschiedene Übungen ausprobieren, sondern auch mit entsprechender Ausrüstung erste Erfahrungen in der Sportart sammeln.

Ab 12 Uhr wurden Halle 1 und Halle 2 miteinander verbunden. Die Trennwand wurde hochgefahren und plötzlich stand deutlich mehr Platz für Bewegung zur Verfügung. Eine Hüpfburg wurde dabei vor allem für die jüngeren Gäste zur beliebten Anlaufstelle.

Auch in Halle 3 wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten. SB.i-klusion präsentierte unter anderem Motorik- und Bewegungsspiele, inklusiven Fußball, motorisches Boxen und Angebote zur Selbstbehauptung. Der TuS 59 ergänzte das Programm mit einer Bewegungslandschaft für Kinder und einem Schwungtuch-Angebot.

Ein Lächeln fürs Gesicht

Eine besondere Attraktion war das Kinderschminken. Simone, ehrenamtlich engagierte Künstlerin aus der Geschäftsstelle des WTB, hatte sich bereits über mehrere Wochen auf den Tag vorbereitet. Mit viel Kreativität entstanden bunte Schminkmotive und sorgten bei den Kindern für strahlende Gesichter.

Gemeinsam an einem Tisch

Um 13.30 Uhr hieß es dann: „Es gibt Essen!“ Gemeinsam ging es in das Marstallgebäude, wo die Gäste die Küche der Landesturnschule genießen konnten. Nach einer kurzen Wartezeit konnten sich die Besucherinnen und Besucher auf ein vielfältiges Angebot freuen. Neben vegetarischen und halal Geflügelwürstchen standen zahlreiche Salate, verschiedene Brotsorten sowie Reis und Nudeln zur Auswahl.

Das gemeinsame Essen war dabei mehr als nur eine Pause zwischen den Sportangeboten. Menschen unterschiedlicher Herkunft kamen miteinander ins Gespräch und verbrachten gemeinsam Zeit an einem Tisch. Auch die Verpflegung war für die Besucherinnen und Besucher kostenlos.

Tanz verbindet

Ein weiterer Höhepunkt folgte am Nachmittag. Ab 14.40 Uhr öffneten sich die gesamte Dreifeldhalle und die große Tanzfläche für eine besondere Tanzshow von Diene Sagna, Choreograf und westfälisch-afrikanischer Künstler.

Doch Zuschauen war ausdrücklich nicht alles. Wer mitmachen wollte, war eingeladen, sich in der Mitte der Halle einzufinden. Gemeinsam erlernten die Teilnehmer zwei Choreografien, die für alle geeignet waren.

Es entstand ein besonderer Moment: Menschen unterschiedlichster Herkunft standen gemeinsam im Kreis, bewegten sich zum Rhythmus und tanzten miteinander. Die Energie und Freude waren in der gesamten Halle spürbar. Genau hier wurde das Motto des Tages greifbar: Sport kennt keine Grenzen.

Nach der Tanzaktion wurden die verschiedenen Angebote noch bis zum Veranstaltungsende weiter genutzt. Um 16 Uhr ging ein ereignisreicher Tag voller Bewegung, Begegnung und Gemeinschaft zu Ende.

Ein großes Dankeschön

Ein solcher Tag ist nur möglich, wenn viele Menschen gemeinsam anpacken. Deshalb gilt ein besonderer Dank allen ehrenamtlich Engagierten, Helferinnen und Helfern, dem Team der Landesturnschule Oberwerries, den beteiligten Vereinen und Kooperationspartnern sowie dem Landessportbund Nordrhein-Westfalen und dem Programm „Integration durch Sport“. Sie alle haben dazu beigetragen, dass „Sport ohne Grenzen“ zu einem besonderen Erlebnis für rund 170 Menschen werden konnte.

Der Erfolg des Tages zeigt: Integration beginnt mit Begegnung. Und manchmal reicht dafür ein Ball, eine Turnhalle, Musik oder einfach die Bereitschaft, gemeinsam mitzumachen.

Sport ohne Grenzen soll wiederkommen. Im nächsten Jahr geht der Sport-Erlebnistag in die nächste Runde.

Bis dahin heißt es: Bleibt gespannt!

Jorge Sandoval
Referent „Integration durch Sport“
Westfälischer Turnerbund e.V.

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