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Fabian Lotz am Barren

Fabian Lotz am Barren

In der regulären Bundesliga-Saison auswärts 49:21 nach Score- und 12:0 nach Gerätepunkten klar verloren, dazu noch der Verletzungsausfall von Daniel Uhlig, der in den letzten Begegnungen ein starkes Comeback am Boden gefeiert hatte – die Vorzeichen standen nicht allzu gut vor dem Wettkampf der Siegerländer Kunstturnvereinigung gegen den TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau im Kampf um die Bronzemedaille in der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft der Männer, die am 30. November in Ludwigsburg ausgetragen wurden.

Dagegen stand der klare Aufwärtstrend der SKV-Mannschaft in der zweiten Saisonhälfte, in der bis auf die Auswärtsbegegnung bei der TG Saar alle Wettkämpfe gewonnen wurden, zuletzt auch das für den Finaleinzug entscheidende Duell gegen den SC Cottbus. Der deutliche Sieg in der Kreuztaler Stählerwiese mit 57:14 Score- und 12:0 Gerätepunkten war auch ein Hinweis auf die mannschaftliche Geschlossenheit und die beste Besetzung aller Positionen, sowohl bei den ausländischen Gastturnern als auch auf den drei deutschen Positionen an jedem Gerät.

Verletzunhgspech für Uhlig

Den ersten Rückschlag für die Mannschaftsplaner der SKV gab es dann bereits in der Woche vor dem Wettkampf durch die Verletzung von Daniel Uhlig, die auch trotz intensiver Behandlung durch Vater und Mannschaftsarzt Falk Uhlig nicht mehr bis zum Finale ausgeheilt werden konnte. Ein klarer Nachteil nicht nur am Boden, an dem der 23-jährige BWL-Student in den letzten Wettkämpfen überzeugen konnte, sondern wegen der restriktiven Regeln der Deutschen Turnliga auch mit Auswirkungen auf die Mannschaftsaufstellung an den anderen Geräten, nicht zuletzt am Sprung, mit dem diesmal der Wettkampf für die Teilnehmer am kleinen Finale begonnen wurde.

Ein ganz schlechter Start

Ganz dick kam es dann für die SKV-Turner am Sprung selbst: zuerst musste Dario Sissakis, eigentliche eine Bank an diesem Gerät, als erster Springer rund 25 Minuten nach dem Aufwärmen warten, weil neben der obligatorischen Nationalhymne und den offensichtlich unvermeidbaren Grußworten auch noch eine Ehrung anstand, eine vermeidbare Herausforderung für einen jungen Athleten in einem ansonsten gut organisierten Meisterschaftsfinale. Dario Sissakis landete unglücklich und verletzte sich hierbei, so dass er nicht mehr am Boden eingesetzt werden konnte – was neben den verlorenen Punkten am Sprung eine weitere Einschränkung der taktischen Möglichkeiten für die SKV bedeutete. Da zudem Philipp Herder seinen Sprung nicht stehen konnte, Routinier Jonas Rohleder gegen den Deutschen Mehrkampfmeister Andreas Toba auf verlorenem Posten stand und auch Ahmet Önder in seinem Duell nur zu einem Unentschieden kam, ging der Sprung mit 0:10 Punkten an die Wetzgauer – genau der Wettkampfbeginn also, den die SKV eigentlich vermeiden wollte.

SKV mit Kampfgeist

Damit war die Wetzgauer Mannschaft schon nach dem ersten Gerät außerhalb der unmittelbaren Schlagdistanz der SKV – ein Duell konnte sie auf jeden Fall mit 5 Scorepunkten verlieren, erst bei einem weiteren Verlust wäre sie selbst unter Druck geraten. Dieser lag also auf Seiten der Siegerländer Turner, die sich fortan keinen Fehler mehr erlauben durften, um nicht endgültig auf die Verliererstraße zu gelangen. Und wie die Mannen um Philipp Herder und Team-Kapitän Jonas Rohleder damit umgingen, war einfach großartig. Über alle folgenden Geräte hinweg hielten sie den Wettkampf völlig offen – sie konnten sogar die Wertungen am Boden und an den Ringen für sich entscheiden, den Ausgang am Barren unentschieden halten und nur Reck und Seitpferd gingen mit jeweils einem Scorepunkt an die Turner aus der Stauferstadt.

Courtney Tulloch mit Tageshöchstnote

Dass die SKV trotz respektabler Leistungen den Rückstand vom Sprungwettbewerb nur um einen Scorepunkt reduzieren konnten, lag an der ausgeglichenen Mannschaftsleistung der Wetzgauer Turner um den mehrfachen Weltmeister Artur Dalaloyan aus Russland, der auch zusammen mit Andreas Toba bester Punktesammler war. Die Tageshöchstnote erzielte dagegen der SKV-ler Courtney Tulloch an den Ringen mit 14,85 Punkten, auch die 14,70 Punkte des Barren-Vizeweltmeisters Ahmet Önder an seinem Spezialgerät waren bemerkenswert. Am Ende unterlag die SKV dem TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau mit 36:27 Score- und 7:5 Gerätepunkten, die Bronzemedaille ging damit an die Turner aus der Stauferstadt, die mit großen Ambitionen in die Saison 2019 gestartet waren.

Fazit des SKV-Präsidenten Reimund Spies: „Schade, wir waren dicht dran, die Chance die Bronzemedaille zu gewinnen war da. Ich denke, wir können stolz auf unsere gesamte Mannschaft und ihre Leistungen in 2019 sein“. Mehr kann man auch aus Chronistensicht nicht hinzufügen – auf ein Neues in 2020, SKV!

(Text/Foto: Horst-Walter Eckhardt)

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