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SKV: Dario Sissakis

SKV: Dario Sissakis

Ende gut – alles gut, so sah es nach dem Auftaktsieg mit vielen Hindernissen im ersten Wettkampf der Siegerländer Kunstturnvereinigung  gegen Aufsteiger TuS Vinnhorst am 2. März in der Geisweider Schießberghalle aus. Leider kein gutes Ende war am zweiten Wettkampftag gegen den TV Wetgau zu verzeichnen. Die Begegnung ging mit 49:21 Scorepunkten und 12:0 Gerätewertungen deutlich verloren. Was im einzelnen passierte, ist hier nachzulesen.

Niederlage im zweiten Wettkampf – Das war so nicht geplant

Das hatten sich die Turner des Siegerländer Erstbundesligisten bei ihrem Auswärtswettkampf in Schwäbisch-Gmünd sicher ganz anders vorgestellt. Zwar gelang es ihnen, einige Fehler im Vergleich zum Auftakt gegen Aufsteiger Vinnhorst vom vorigen Wochenende abzustellen, dafür kamen dann gegen den erwartet starken TV Wetzgau neue Patzer hinzu – der erhoffte Schritt nach vorn blieb damit aus. Sie verloren den Wettkampf mit 49:21 Scorepunkten und 12:0 Gerätewertungen.

Beide Teams waren mit der Stabilität ihrer Übungen beim Saisonstart nicht zufrieden, und wollten hier den Hebel ansetzen. Da die Wetzgauer ihre Auftaktbegegnung in Cottbus verloren hatten, wären ihre nach einer deutlichen Verstärkung der Mannschaft durchaus berechtigten hohen Saisonziele gleich in weite Ferne gerückt. Sie standen also unter Druck, zumal ihr russischer Superstar Artur Dalaloyan – mehrfacher Goldmedaillengewinner bei den letzten Weltmeisterschaften in Doha/Qatar – wegen der Teilnahme an den nationalen Meisterschaften fehlte.

Dafür meldete sich ihr Urgestein Helge Liebrich wieder fit für fünf Übungen, und auch Andreas Toba ging trotz gesundheitlicher Probleme vier Mal an die Geräte. Wie erwartet, konnten die Turner aus der Stauferstadt ein mit dem Niederländer Bart Deurloo und dem Spanier Nestor Abad starkes Ausländerduo aufbieten, welchesallein für 20 der 49 Scorepunkte der Wetzgauer in der mit 700 Zuschauern gut besuchten Gmünder Sporthalle sorgte.

Vor allem aber, und das war ausschlaggebend für den am Ende deutlichen Sieg, waren sie im Gegensatz zu den Siegerländern tatsächlich in der Lage, ihre Fehlerquote zu minimieren.

Zu viele Fehler beim SKV

Bei den SKV Turnern hingegen wechselten sich Licht und Schatten ab. Beispiel Andreas Jurzo: am Boden nach einer sehr schönen Übung mit 14.05 Punkten honoriert, konnte er diesen Schwung nicht an sein eigentliches Paradegerät Sprung mitnehmen, stürzte dort und erhielt nur 12,10 Punkte nach derer 14,05 vom vorigen Samstag.

Ähnlich erging es dem Briten Courtney Tulloch, am vorigen Samstag noch Top-Scorer der SKV. An den Ringen eine absolute Weltklasseleistung, die mit 14,95 Punkten die Tageshöchstnote einbrachte, am nachfolgenden Sprung dann eine Landung auf allen Vieren und 12,95 Punkte – allerdings nach dem schwierigsten Sprung des Tages und zu einem Zeitpunkt, in dem nur noch großes Risiko eine Trendwende im Wettkampf hätte einleiten können.

Dieser war nämlich schon nach dem Seitpferdturnen praktisch für die Siegerländer verloren. Hatte es am Boden noch ganz gut angefangen zeigte sich das Turnpferd wieder einmal von seiner störrischen Seite. Vor allem Philipp Herder musste kräftig Federn lassen. Absteiger und Unsicherheiten kennzeichneten seine Übung, die erzielten 9,70 Punkte zählen sicher zu den niedrigsten, die der Berliner in seinen 10 Jahren Ligaturnen für die SKV hinnehmen musste.

SKV-Mannschaft zeigte Kampfgeist

Was man allen Turnern zugutehalten muss: trotz aller Patzer ließen sie sich nicht unterkriegen. Dario Sissakis turnte nach dem Fehler am Boden eine blitzsaubere Ringeübung und glänzte mit 14,00 Punkten am Sprung, Philipp Herder zeigte eine kraftvolle Übung an den Ringen, die mit 13,55 Punkten belohnt wurde und steigerte sich am Barren auf einen Ausgangswert von 6,0 Punkten, Bestwert für diese Saison. Sebastian Bock, ebenfalls mit einem Absteiger am Seitpferd belastet, musste anschließend in drei Duellen gegen Andreas Toba antreten: während er an den Ringen noch trotz einer starken Übung dem „Helden von Rio“ unterlag, konnte er am Barren den Spieß umdrehen, zwei Punkten gewinnen, und das Duell am Reck unentschieden gestalten.

So blieb am Ende der SKV-Mannschaft nur, die Überlegenheit der Wetzgauer anzuerkennen.

Sieben Wochen verbleiben den Siegerländer Turnern nun zur weiteren Leistungssteigerung, bis am 27. April der KTV Straubenhardt als erklärter Meisterschaftsfavorit in die Siegener Giersberghalle kommt. Für die Spitzenturner gibt es allerdings keine Pause – zunächst stehen verschiedene Weltcup-Turniere an, bevor es dann im April mit den Europameisterschaften in Polen zum ersten internationalen Saisonhöhepunkt kommt. Auch hier werden SKV Turner am Start sein.

(Text: Horst-Walter Eckhardt / Foto: Jürgen Uhr)

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