Normalerweise herrscht in den Sommerferien emsiges Treiben im Zeltlager Oberwerries. In den ersten und letzten zwei Wochen finden mit über 100 KIndern die Zeltlager des Siegerlandes und Münsterlandes statt. In diesem Jahr fielen sie leider Corona zum Opfer. Die Zeltlagerleitung-Teams ließen es sich nicht nehmen, dennoch nach Hamm zu kommen, und wichtige Reparaturarbeiten vorzunehmen. Beiden Teams gebührt riesiger Dank für den unermüdlichen Arbeitseinsatz!! Was im einzelnen gewerkelt, ausgebessert und verschönert wurde, könnt Ihr hier lesen.

Es hätte so schön kommen können: 14 Tage Sommer, Sonne, Sonnenschein im Zeltlager Oberwerries. Geplant war ein Jubiläumszeltlager der Dekade Siegerland mit 110 Kindern aus dem Siegerland und Sauerland zwischen 8 und 14 Jahren. 20 Betreuer mit zusätzlich 10 Kindern im Alter zwischen 3 und 7 Jahren hatten sich vorbereitet und freuten sich auf zwei spannende Wochen. Schon nach 48 Stunden offener Anmeldung war die Freizeit ausgebucht. Doch das Jubiläumsjahr 2020, in dem im Rahmen eines Festwochenendes mit ehemaligen Betreuern das 50-jährige Bestehen des Zeltlagers gefeiert werden sollte, steht ganz unter dem Zeichen der Corona-Pandemie. Und genau diese machte dem Vorhaben OW 2020 einen Strich durch die Rechnung. So wird es erst 2021 wieder heißen: Zeltlager Siegerland und 50-jähriges Jubiläum.  

Aktion Bau-OW

Die Enttäuschung darüber, das Zeltlager absagen zu müssen wich jedoch schnell dem positiven Optimismus, das Beste aus der Situation zu machen. Und so beschloss das Betreuer-Team um Lagerleiter Chantal Stahlschmidt und Meik Afholderbach sechs Tage der eigentlichen OW-Zeit zu nutzen, um eine Reihe notwendiger Arbeiten im Lager durchzuführen und den Zeltplatz auch für die kommenden Jahre fit zu machen. 

Zusammengekommen für die Aktion Bau-OW sind 23 Betreuer und 12 Betreuerkinder, die am 7. Juli vollgepackt mit Werkzeug und Baumaterial die Reise nach Oberwerries antraten.

Arbeit, Arbeit, Arbeit

Vor Ort wurde direkt begonnen, die Gebäude und den Platz auf Vordermann zu bringen und in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Zunächst stand das große Sozialgebäude mit den Waschräumen, Küche, Krankenzimmer und Spielezimmer auf dem Programm. Die 25 Fenster und Türen und alle Bänke in den Waschräumen wurden komplett entrostet und repariert, aufwendig geschliffen und anschließend gestrichen oder lackiert. An Tag 2 wurden auf dem Fußballplatz die löchrigen Tornetze durch neue Netze ersetzt, die Markisen vor dem Kiosk und dem Krankenzimmer genäht und gereinigt und die in die Jahre gekommenen Steinplatten vor dem Essenszelt mit schwerem Gerät wieder auf Neuzustand gebracht. Zudem wurden die zahlreichen Fensterrahmen geschliffen und mit frischer Farbe versehen. Am nächsten Morgen ging es dann weiter mit dem mehrmaligen Streichen des gut 25 Meter langen Dachbalkens am Sozialgebäude. Zudem wurden für die Beschriftung der einzelnen Räume innerhalb des Sozialgebäudes neue Schilder an der Fassade angebracht, die vor dem Lager mit Edelstahl konstruiert wurden und nun ein tolles Bild abgeben. Außerdem wurden alle Decken in den sanitären Räumen aufwendig mit Essig-Reiniger gesäubert. Am vierten Tag hieß es, die neuen Lampen außen am Sozialgebäude aufzuhängen, die bequem mit Bewegungsmeldern ausgestattet sind und den Zeltlager-Kindern und Betreuern auch nachts einen sicheren Gang hin zu den Toiletten-Räumen im Sozialgebäude gewährleisten. Weiterhin wurden neue Sitzbänke zwischen den Blumenkübeln am Essenszelt installiert, die beispielsweise an Disco-Abenden eine kurze Verschnaufpause vom Tanzen ermöglichen und eine gute Sitzgelegenheit bieten, um während der Handy-Ausgabezeit ungestört von jeglichem Trubel auf der Zeltplatz-Wiese nach Hause telefonieren zu können. Um die schweren Kübel bewegen zu können, wurde dafür aus dem Siegerland ein kleiner Bagger nach Hamm transportiert. An Tag 5 erhielt die Waschraumdecke der Männer einen neuen Anstrich. Zudem wurde vor Ort ein Küchenregal konstruiert und geschweißt, das nun in den nächsten Jahren zusätzliche Ablagefläche in der Küche schafft. Das alte Holzbrett, auf dem während des Zeltlagers täglich das Tagesprogramm befestigt wird, wurde durch eine eigens dafür gebaute Magnettafel ersetzt. Am letzten Tag wurden die vielen kleinen Baustellen aufgeräumt und das Lager saubergemacht. 

Trotz der Hygiene-Vorschriften und vielen einzelnen Bauarbeiten, die teilweise abends bis 23 Uhr andauerten, haben die Betreuer dennoch auch das Zeltlagerleben in Oberwerries genießen können. So gab es jeden Morgen zum Start in den Bauarbeitstag ein reichhaltiges Frühstücksbuffet. Zu Abend bereitete das Küchen- und Grillteam unterschiedliche Gerichte wie Burger, Gulasch-Nudeln oder Pizza vor. Nach den Arbeiten wurde der Tag immer in gemütlicher Atmosphäre am Lagerfeuer ausgeklungen, bevor morgens um 8 Uhr wieder der Wecker schellte. Manche Betreuer nutzen die Gelegenheit der leeren Zelte auf dem Platz und schliefen während der Tage vor Ort nochmal wie zu ihrer eigenen Kindheit im Zeltlager Oberwerries mit Schlafsack und Luftmatratze im Zelt. 

Besuch aus dem Münsterland

Besuch bekamen die Betreuer von einem Teil der zweiten Dekade, die ihr Zeltlager Ende Juli in Oberwerries ebenfalls absagen mussten und dafür auch eine Bau-Aktion eingeplant hatten.

Die Gruppe um Falk Leimkühler stapelte von Donnerstag bis Sonntag die Zeltböden und nahm Ausbesserungsarbeiten daran vor.

Unter den Zeltreihen wurde die Erde entfernt, damit die Zeltböden von nun an trocken liegen und die Mäuse nicht so einfach in die Zelte wandern können.

Die Rasenkanten, auf denen die Zeltböden liegen, mussten gerichtet und neu befestigt werden. Die Erde wurde mit Schubkarren, einem Anhänger und einem Radlader auf der Wiese verteilt und damit Unebenheiten beseitigt. Der Schotterstreifen vor den Blockhäusern und dem Sanitärgebäude, der während des Umbaus der Schlossküche angelegt wurde, wurde ebenfalls entfernt und der entstandene Graben mit Erde aufgefüllt, sodass da auch wieder Rasen wachsen kann. Der Sand aus dem Sandkasten wurde auch noch entfernt und soll im nächsten Jahr durch neuen ersetzt werden.

Eine tolle Aktion ist damit zu Ende gegangen und das Zeltlager Oberwerries ist bereit für 2021.

Ein ganz großer Dank geht an alle freiwilligen Helfer, die mit viel Schweiß und Muskelkraft das Zeltlager in neuem Glanz erstrahlen lassen!

(Text: Arne Fuchs, WTB / Fotos: Nuria Wrede, Falk Leimkühler, WTB)

 

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