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Frau Dr. Katja Ferger, DTB, hielt das Impulsreferat

Frau Dr. Katja Ferger, DTB, hielt das Impulsreferat

Neujahrsmatinee

Am 15. Januar 2017 fand die traditionelle Neujahrsmatinee des Westfälischen Turnerbundes statt. Jährlich treffen sich dazu zahlreiche Vertreter aus Poitik und Sport, Funktionsträger aus Vereinen sowie Ehrenmitglieder des Verbandes in der Landesturnschule Oberwerries, um sich auf kommende Aufgaben positiv einzustimmen und zurückliegende Ereignisse Revue passieren zu lassen.

Auf gute Nachbarschaft

Die Sportbürgermeisterin der Stadt Hamm, Frau Ulrike Wäsche, stellte dabei einmal mehr die gute Nachbarschaft heraus, die sich darin zeige, „dass wir immer im Gespräch sind, uns immer austauschen und uns auch in kontroversen Diskussionen voranbringen“. Diese Ehrlichkeit sei auch in Zukunft auf allen Ebenen gefragt und werde schon jetzt bei den Vorbereitungen auf das nächste Landesturnfest sichtbar, das 2019 in Hamm gefeiert werde. Und das mit vielen Neuerungen, wie der Vorsitzende des Sportausschusses in Hamm, Kai Hegemann, ankündigte. Denn in das gemeinsame Fest der rheinischen und westfälischen Turnerinnen und Turner werden auch die Special Olympics mit einbezogen sowie das große Kulturfest Hammer Summer.

WTB stellt sich neuen Entwicklungen

Auch der Vertreter des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen, Vizepräsident Stefan Klett, lobte den WTB als einen starken Partner, der schwierigen Themen nie aus dem Weg gehe und immer Bereitschaft zeige, sich neuen Entwicklungen zu stellen. Das sei ein Grund mehr für den LSB, die bisher gewährten Zuschüsse zumindest nicht zu kürzen. „Denn wir wissen um die Werte, die in den Turnvereinen über alle Generationen vermittelt werden und  in allen Formen des Sporttreibens zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen. Das wollen wir auch weiterhin stärken.“

Kritisches Nachdenken ist gefragt

Mit Spannung wurde dann auf das Impulsreferat gewartet, für das die neue  Vizepräsidentin für Personalentwicklung, Frauen und Gleichstellung im Deutschen Turner-Bund, Dr. Katja Ferger, gewonnen werden konnte. Als Thema hatte sie sich „Entwicklungstendenzen im Sport“ ausgewählt, die sie aus verschiedenen Perspektiven als Ehrenamtlerin, als Trainingswissenschaftlerin, als Dozentin für Lehramtsausbildung im Sport und schließlich auch als Mutter in den Blick nahm. Angesichts dieses großen Rahmens war von Anfang klar, dass hier in der zur Verfügung stehenden Zeit keine umfassenden Darstellungen möglich waren. Wohl aber Impulse, die dafür sensibilisieren sollten, über Entwicklungen im Sport kritisch nachzudenken.

Neue Entwicklungen kritisch für aktive Turner

Verdeutlicht wurde das am Beispiel der Weiterentwicklung von Turngeräten, wie wir sie derzeit in zwei Turnsportarten hautnah miterleben. Sowohl das neue Sprungtuch im Trampolinturnen wie auch die mit Stahlfedern versehenen neue Bodenflächen im Gerätturnen führen durch das verbesserte Absprungverhalten zu erheblichen Steigerungen des Schwierigkeitsgrades bei den Übungen, was auch gewollt war und allgemein begrüßt wurde. Weniger Beachtung fand und findet nach den Ausführungen von Ferger allerdings die Tatsache, „dass sich mit dem Absprung von diesem Boden die Energie erhöht, die dann mit der Landung wieder auf Null gebracht werden muss“. Was bedeutet, dass größere Kräfte auftreten, die nur  schwer zu bewältigen sind, wie sicherlich viele schon einmal beim scharfen Abbremsen mit ihrem Auto oder Fahrrad erlebt haben.

Auch die inzwischen beim Trampolinturnen auftretenden und gemessenen G-Kräfte sind vergleichbar mit denen, die während eines Formel 1-Rennens auf die Rennfahrer wirken. Ferger führte hierzu einen Trainer ins Feld, der diese Erkenntnisse mit den Worten kommentierte: „Die Rennfahrer haben einen Anzug und Helm und werden zusätzlich durch eine Nackenstütze geschützt, während wir unsere Turnerinnen und Turner mit einem Turnanzug aufs Gerät schicken.“

Komplexe Leistungen nicht zu berechnen

In diesem Zusammen ging Ferger auch noch kurz auf die vom DOSB auf den Weg gebrachte Strukturreform im Leistungssport ein. Das neue Zauberwort heißt hier POTAS – ein Potenzialanalysesystem zur Berechnung bzw. Prognostizierbarkeit von Leistung und Erfolg. Auf der Basis von 46 unterschiedlichen Kriterien soll berechnet werden, welche Athletinnen und Athleten die besten Aussichten auf eine Medaille haben. Aber, so sollten wir mit Ferger fragen: „Sind Goldmedaillen prognostizierbar. Und kann man berechnen, wie viele Medaillen 2020 oder 2024 gewonnen werden?“

Ihre Antwort lautet: „Die sportliche Leistung ist viel zu komplex, um sie vorausberechnen zu können.“ Und aus der Sicht eines von allen geforderten humanen Leistungssport verbietet sich eine „mathematische Modellierung sportlicher Leistungen“.

Die bei der Meisterehrung des WTB ausgezeichneten  Aktiven haben in diesem Sinne die passende Antwort gegeben: Wir wollen sportlichen Erfolg, wir wollen herausragende Leistungen erbringen, aber nicht um einen solchen Preis. Denn wir sind keine mathematischen Modelliermasse, sondern Menschen, die sich hohe sportliche Ziele setzen und diese mit Spaß erreichen wollen!

Auszeichnung von Vereinsfestschriften 2016

Für ihre kreativen und schönen Festschriften wurden in diesem Jahr ausgezeichnet:

125 Jahre TV Silschede e.V., Märkischer Turngau

125 Jahre TV Eiche Grüne 1891 e.V., Märkischer Turngau

(Text und Foto: Hans-Jochaim Dörrer)

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